Kommunalwahl: Digitalisierung #WirFragenNach

Zur Kommunalwahl haben wir alle zur Wahl antretenden Parteien angeschrieben. Auch zur Digitalisierung von Schulen:

Mit welchen Mitteln wollen Sie Schulen besser ausstatten, im Bezug auf Räumlichkeiten und Digitalisierung?

Gigg:

“Lehrer:innen fortbilden”

Die Corona-bedingten Schulschließungen haben gezeigt, wie groß der Aufholbedarf im Bereich der Digitalisierung der Schulen ist. Der gezwungenermaßen eingeschlagene Weg muss nun konsequent weiterbeschritten werden, um die Schulen zukunftsfähig aufzustellen und die Qualität der Bildung auch in solchen Extremfällen zu garantieren. Neben dem Auf- und Ausbau der dazu notwendigen technischen Infrastruktur müssen vor allen Dingen auch die Lehrkräfte bei der Digitalisierung durch Fortbildungen unterstützt werden. Eine wesentliche Aufgabe der Stadt wird es sein, die verfügbaren Fördermittel von Bund und Land zur Digitalisierung zeitnah abzurufen und sinnvoll einzusetzen. Uns ist dabei jedoch auch immens wichtig, dass Digitalisierung immer auch im Zusammenhang mit sozialer Gerechtigkeit gedacht wird. Die Stadt muss insbesondere als Schulträgerin alles dafür tun, dass die digitale Beschulung nicht zu einer weiteren Benachteiligung von Schüler*innen aus sozial schwächeren und/oder bildungsferneren Gesellschaftsgruppen führt. Die Stadt wird daher in Absprache mit den Schulen Konzepte entwickeln müssen, damit die Potentiale künftig genutzt werden können, ohne gleichzeitig Aspekte des sozialen Zusammenhalts und der Inklusion dabei außer Acht zu lassen.

Viele Schulen müssen in den nächsten Jahren dringend saniert werden. Nicht nur um den Schulbetrieb zu sichern und zu verbessern, sondern auch um der Klimaneutralitätsverpflichtung 2035Null nachzukommen. Dazu müssen die Gebäude auf einen besseren energetischen Standard gebracht und mit Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung ausgestattet werden. Zur Finanzierung schlagen wir einen Gießener Klimaschutzfonds vor, an dem sich Bürger*innen beteiligen können.

Die Grünen:

“Schüler:innen auch in Sachen IT auf der Höhe der Zeit ausbilden”

Wie im Medienentwicklungsplan beschlossen, werden wir bis zum Jahr 2023 insgesamt 11,3 Mio € in die Digitalisierung der Gießener Schulen stecken, davon erhalten wir 9 Mio € in Form von Fördergeldern. Bei der Ausgabe dieser Gelder ist uns abgestimmtes Handeln und Kooperation besonders wichtig.

Wir wollen, dass unsere Schüler:innen auch in Sachen IT auf der Höhe der Zeit ausgebildet werden. Dafür wollen wir in der kommenden Wahlperiode den Schulen eine passgenaue IT-Ausstattung und Organisationsstrukturen für Wartung und Support bereitstellen. Für Schüler:innen, die über keine digitalen Endgeräte verfügen, soll ein großzügiges Verleihsystem eingerichtet werden. Auch müssen die Bedürfnisse von Schüler:innen mit Behinderungen bei der IT-Ausstattung mitgedacht werden.

SPD:

“Schulen beteiligen”

Im Bereich der Schulen wurden unter Verantwortung der SPD bereits in den letzten Jahren viele bauliche Veränderungen vorgenommen. Es sind an Grundschulen einige Mensen neu entstanden, Bibliotheken wurden ausgebaut und Gesamtsanierungen durchgeführt. Aktuell sind eine Reihe Baumaßnahmen in der Umsetzung. Die Sanierung des Hauses A der Herderschule befindet sich in der letzten Phase, der Osttrakt der Gesamtschule Gießen-Ost befindet sich in der Sanierung, ebenfalls die Grundschule Gießen-West und die Käthe-Kollwitz-Schule. Die Sporthallen der Grundschule Gießen-West und der Theodor-Litt-Schule werden saniert, der Neubau der Sporthalle der Liebigschule ist in Planung und am Landgraf-Ludwigs-Gymnasium wird eine Bibliothek gebaut. Viele kleine Maßnahmen werden aktuell umgesetzt.

Dennoch besteht auch in den nächsten Jahren ein hoher Investitionsbedarf, der damit zusammenhängt, dass es an den Grundschulen steigende Schülerzahlen gibt, immer mehr Schüler:innen ganztags zur Schule gehen und einige Gebäude in die Jahre gekommen sind. Dem will die SPD gerecht werden. Dazu sollen alle Investitionsprogramme des Bundes und des Landes offensiv genutzt und die kommunalen Mittel für Investitionen aufgestockt werden. Ziel ist, moderne Lernumgebungen durch die Sanierung zu erreichen. Die Bildung im 21. Jahrhundert benötigt auch neue räumliche Bedingungen. Immer wichtiger werden Räume und Unterrichtsflächen, die sich für das Arbeiten in Gruppen und für selbstorganisiertes und experimentelles Lernen eignen.

Bei der Planung sollen die Schulen intensiv beteiligt werden. Das gilt für Schulleitung, Lehrkräfte, aber auch für Schüler:innen und Eltern.

Die Neugestaltung von Schulhöfen und Aufenthaltsflächen im Freien ist ebenso wichtig.

Die Digitalisierung an Schulen ist ein zentrales Thema und im Rahmen des Digitalpaktes wird die IT-Infrastruktur bis 2025 deutlich verbessert. Der Anschluss mit Glasfaser steht für alle Schulen unmittelbar bevor.

Nachhaltigkeit und Klimaschutz sollen bei allen Bauvorhaben mit hoher Priorität berücksichtigt werden. Ebenso müssen Schulen, die saniert werden, auch barrierefrei werden.

FDP:

“traditionellen Unterricht durch die Chancen der Digitalisierung ergänzen”

Zunächst muss die bauliche Infrastruktur ertüchtigt werden. Die Klassenräume und auch die Schule insgesamt (auch die Toiletten!) müssen erkennen lassen, dass Bildung Priorität hat. Klassenräume in Neubauten sind so zu konzipieren, dass auch moderne pädagogische Konzepte umsetzbar werden. Daneben bedarf es der bereits angesprochenen Digitalisierungsoffensive. Dass noch immer nicht alle Schulen an das Glasfasernetz angeschlossen sind, ist ein unhaltbarer Zustand, da dies bereits die Grundlage für eine digitalisierte Schule darstellt. Darüber hinaus sind digitale Endgeräte in ausreichender Stückzahl anzuschaffen, sodass auch nach der Pandemie der traditionelle Unterricht durch die Chancen der Digitalisierung ergänzt werden kann. Schulen sind mit mehr Beamern und Whiteboards auszustatten, damit auch die restlichen Overheadprojektoren endlich entsorgt werden können. Ebenso wollen wir, dass endlich in jeder Schule ein flächendeckendes WLAN-Netz geschaffen wird, das sowohl für Lehrkräfte als auch für Schüler frei nutzbar sein soll. Allerdings bringt die beste digitale Ausstattung nichts, wenn die Lehrkräfte diese nicht nutzen können. Zwar liegt die Fortbildung von Lehrkräften nicht in der Zuständigkeit der Stadt, jedoch setzen wir Freie Demokraten uns dafür ein, dass auch hier die notwenigen Fortbildungen schnellstmöglich nachgeholt werden.

FW:

“Ausstattung mit digitalen Tafeln und entsprechender Software”

Viele Schulen und vor allem die Sporthallen haben Renovierungsbedarf, hier muss das Tempo unbedingt erhöht werden (z. B. Herderschule), Schaffung von Mensen, um Mittagessen in der Schule zu ermöglichen (Notwendigkeit für Ganztagsschule bzw. Ganztägige Betreuung), vor allem für Grundschulen: genügend Räume für Ganztägige Betreuung.

Digitalisierung: Ausstattung mit digitalen Tafeln und entsprechender Software, Aktualisierung und Erweiterung der Geräte, rasches Schaffen von schnellem Internet, sehr wichtig:  Personal für die Betreuung der Geräte und Unterstützung von Lehrerinnen und Lehrern, letzter Schritt: Leihgeräte für Schüler (vgl. 2).

Weiterhin zügiger Ausbau des Glasfasernetzes für schnelles Internet an alles Gießener Schulen.

Luftreinigungsfilter für alle Klassen.

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