Stadtschülerrat Giessen

Termine

Ordentliche, konstituierende Stadtschülerratssitzung (öffentlich) am 06.10.2017 von 11:00 Uhr bis 13:30 Uhr im Stadtverordnetensitzungsaal des Rathauses, Berliner Platz 1, 35390 Gießen. Einladung: http://ssr-giessen.de/news.php?id=107


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Veröffentlicht von Gießener Anzeiger am 28.01.2016

Der Gießener Stadtschülerrat lud am 26.01.2015 zahlreiche Schülerinnen und Schüler zum Planspiel Parlament ein. Der Gießener Anzeiger berichtet.

PLANSPIEL 70 Schüler üben im Stadtverordnetensitzungssaal Demokratie / Orientierung an parlamentarischem Alltag

GIESSEN - (olz). Parlamentarische Demokratie will geübt sein. Das gilt natürlich vor allem für die Diskussion als Auseinandersetzung mit Argumenten. Aber auch für Formalien des Parlamentes: Wer darf reden? Wie lange? Wann sind Zwischenfragen zulässig? Rund 70 Schüler nutzten gestern die Gelegenheit zum Üben und nahmen auf Einladung von Kreis- und Stadtschülerrat im Stadtverordnetensitzungssaal an einem Planspiel teil. Bis in den Nachmittag debattierten die Teilnehmer in Ausschüssen, Fraktionen und als Parlament über aktuelle Fragen.

„Wir haben heute 57 Abgeordnete, vier Pressevertreter und bis zu fünf Mitglieder der Verwaltung“, skizzierte der stellvertretende Stadtschulsprecher Luca Manns das Spielszenario im Gespräch mit dem Anzeiger. Zu den Teilnehmern zählte er neben einem Kurs der Lollarer Clemens-Brentano-Europaschule Gießener Schüler unter anderem vom heimischen Landgraf-Ludwigs-Gymnasium. Und: „Wir sind Stadtverordnetenvorsteher Egon Fritz und der Stadtverwaltung sehr dankbar für die Unterstützung.“

Das Planspiel selbst orientierte sich stark am parlamentarischen Alltag. In die Fraktionen der Konservativen, Arbeitnehmer und Unabhängigen eingeteilt, setzten sich die Schüler mit Themen wie dem Verbot „aufreizender“ Kleidung an Schulen und Universitäten, einer Veränderung des Schulsystems oder Maßnahmen zur Bekämpfung des Drogenmissbrauchs bei Jugendlichen auseinander. Die Inhalte wurden jeweils als Anträge formuliert und ins Parlament eingebracht, während die Pressevertreter die Sitzung beobachteten und am Ende des Tages Feedback gaben. Tatsächlich hielt das parlamentarische Prozedere so einige Tücken bereit. So galt es etwa, die Redezeit von drei Minuten nicht nur einzuhalten, sondern auch argumentativ geschickt zu gestalten. Als schwierig erwies es sich auch, den Spielraum für Zwischenfragen gekonnt zu nutzen, ebenso wie sich nicht von Zwischenrufen ablenken zu lassen. Dennoch schlugen sich alle Abgeordneten mit Bravour, wobei sich der große Wert des Planspiels allerdings vor allem bei der facettenreichen Betrachtung der Diskussionsgegenstände zeigte.

Ein Beispiel: Die Konservativen brachten den Antrag zur Schulkleidung ein. Sie argumentierten mit sexueller Spannung im Unterricht und dem Verlust des inhaltlichen Fokus, denen mit Richtlinien zur Bedeckung von Schultern und Bauch sowie zu Rocklängen begegnet werden sollte. Die Arbeitnehmer zweifelten die Legitimität des Anliegens an und wollten die zuständigen Schülerräte beteiligt sehen. Die Unabhängigen argumentierten dagegen mit der freien Entfaltung des Individuums und damit, dass es sich bei der Bekleidungsfrage um ein Problem der individuellen Erziehung handele. Am Ende wurde der Antrag mit einer Zweidrittelmehrheit abgelehnt.