Stadtschülerrat Giessen

Termine

Ordentliche, konstituierende Stadtschülerratssitzung (öffentlich) am 06.10.2017 von 11:00 Uhr bis 13:30 Uhr im Stadtverordnetensitzungsaal des Rathauses, Berliner Platz 1, 35390 Gießen. Einladung: http://ssr-giessen.de/news.php?id=107


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Kürzungen der Stellen

Veröffentlicht von Gießener Anzeiger am 16.02.2015

BILDUNG Stadtschülerrat zur Streichung von Lehrerstellen / Keine Vorwürfe an Schulamt.

GIESSEN - (red). Im Streit um die Streichung von Lehrerstellen im Bereich des Staatlichen Schulamtes für den Landkreis Gießen und den Vogelsbergkreis hat sich nun auch der Stadtschülerrat zu Wort gemeldet. „Uns ist es wichtig, dass unsere Mitschülerinnen und Mitschüler einen lohnenswerten Unterricht erfahren können. Hierbei stehen gute und ausreichend Lehrkräfte im Mittelpunkt. Ohne sie kann Schule nicht gelingen“, betonte Stadtschulsprecher Niko Schmidkunz in einer Pressemitteilung. Der Stadtschülerrat trete seit jeher für eine Lehrerversorgung ein, die immer größer werdenden Aufgaben von Schul- und Unterrichtsgestaltung „gerecht wird“. Kürzungen, auch wenn diese rechnerisch nicht zu einer Verschlechterung führen, seien daher „der falsche Weg“.

Die GEW-Fraktion im Gesamtpersonalrat der Lehrerinnen und Lehrer beim Staatlichen Schulamt hatte kürzlich die Zuweisungen des Kultusministeriums als unzureichend kritisiert. Die Rede war von 48 Stellen, die gestrichen werden sollen. Die CDU-Fraktion im Stadtparlament sprach hingegen von nur 38 abzubauenden Stellen und verwies auf die Vorläufigkeit der Zahlen. Über den Sachverhalt hat sich der stellvertretende Stadtschulsprecher Luca Manns nun auch im Gespräch mit Heinz Kipp, dem Leiter des Schulamtes, informiert. Kipp habe dabei „sehr sachlich und kenntnisreich“ dargelegt, dass dem Schulamt aufgrund sinkender Schüler- und somit Klassenzahlen in Schulen des Landkreises Gießen und des Vogelsbergkreises laut Berechnungsschlüssel des Kultusministeriums über 40 Lehrkräfte-Stellen weniger zur Verfügung stünden. Diese würden anderen Schulamtsbezirken mit steigenden Schülerzahlen – etwa Frankfurt oder Offenbach – überantwortet.

„In rechnerischer Übereinkunft mit dem Stadtschülerrat stellte der Direktor daher fest, dass die Unterrichtsqualität nicht per se sinkt, weil die Auslagerung der Stellen analog zum Verlauf der Schülerzahlen erfolgt“, berichtet Manns. Das Schülergremium vertrete daher geschlossen die Auffassung, dass das Staatliche Schulamt „korrekt und nachvollziehbar agiert“.

Fraglich sei jedoch, wieso die Wiesbadener kultusministeriale Verwaltung den bestehenden Zuweisungsschlüssel trotz der Ankündigung im Koalitionsvertrag von CDU und Grünen über den Bestand der „demographischen Rendite“ im Schulsystem weiterhin anwende. In der Vereinbarung beider Fraktionen heiße es deutlich: „Die infolge des Rückgangs der Schülerzahlen um sechs bis acht Prozent bis zum Jahr 2019 frei werdenden Lehrerstellen werden wir im Bildungssystem belassen und nutzen, um die nachfolgenden Verbesserungen zu erreichen.“ Als Interessenvertretung der Schülerschaft sei man „zumindest überrascht von der offenbar ausbaufähigen Umsetzung des Koalitionspapiers“, so Luca Manns. Der Vorstand habe daher den verantwortlichen Kultusstaatssekretär schriftlich „um genaue Erläuterung des Verwaltungshandelns gebeten“.