Stadtschülerrat Giessen

Termine

Abholung der eigenen Nikolauskarten mit Nikoläusen durch die Empfängerschulen am 04.12.2017 von 13:00 Uhr bis 17:00 Uhr im im SSR-Büros, Georg-Schlosser-Str. 16, 35390 Gießen. Die Menge an Nikoläusen ist nicht zu unterschätzen; SV-Teams kümmern sich daher am besten frühzeitig um jemanden, der diese mit KFZ-Transportoption entgegennehmen kann.


Fotos

Fotos von Luca Manns, Sahin Dogan


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Schule als „Integrationsmaschine“

Veröffentlicht von Gießener Anzeiger am 26.11.2014

Die Presseberichterstattung über die Podiumsdiskussion Asylpolitik und die Einbindung von Schule im Integrationsprozess.

GIESSEN - (red). „Es kann nicht sein, dass Schulleiter sich immer überlegen müssen, ob sie über die Ressourcen verfügen, um Asylsuchende in einem Alter jenseits der 16 Jahre noch schulisch zu integrieren“: In diesem Punkt waren sich die Teilnehmer der Podiumsdiskussion, die der Stadtschülerrat in der Aula der Gesamtschule Gießen-Ost vor über 200 Schülern ausrichtete, einig. Alles andere als Einigkeit herrschte jedoch über das genauere Thema innerhalb der Debatte um Asylpolitik.

Stadtschulsprecher Niko Schmidkunz und Stadtverordnetenvorsteher Egon Fritz verwiesen in ihren Grußworten darauf, dass in Gießen aufgrund der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung eine besondere Situationen bestehe. Die Debattierenden widmeten sich allerdings zunächst der Integrationspolitik „auf allen Ebenen“. Der heimische SPD-Landtagsabgeordnete Gerhard Merz wollte die Probleme vor allem bei Europa sehen. Es mache zornig, so der Parlamentarier, dass „Menschen vor Lampedusa ersaufen“ und aktuell durch die zunehmende Anerkennung „sogenannter sicherer Drittstaaten“ eine „schleichende Aushöhlung des einst so einfachen und klaren Asylgedankens“ voranschreite. Europa wandle sich zur abgeschotteten „Insel“, „Frontex“ – also die Europäische Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen der Mitgliedstaaten der Europäischen Union – leiste dazu einen Beitrag. „Es kommt selten vor, dass ich Herrn Merz zustimme, aber hier sind wirklich alle Ebenen in Zugzwang“, pflichtete Dominik Erb, Stadtverbandsvorsitzender der Jungen Liberalen, bei. Sarah Stefanos, ehemalige Vorsitzende des Ausländerbeirates, merkte zudem an, dass „jemand, der in Europa ankommt, noch lange nicht in Deutschland“ sei – „und dort auch bleiben“ könne.

Auf die Frage der Moderatoren und Stadtschülervertreter Boris Wilde und Laura Weber nach der konkreten Situation an Hessens Schulen berichtete Sarah Stefanos über „tolle Projekte“. Beispielsweise werde an Ost- und Friedrich-Feld-Schule versucht, „durch gegenseitiges Miteinander“ Asylbewerber zu integrieren. Randy Uelman, stellvertretender Kreisvorsitzender der Jungen Union, appellierte zudem, dass es persönlicher Anstrengungen eines jeden Einzelnen bedürfe. „Jeder muss dort Integrationsarbeit leisten, wo er im Alltag kann.“ Gerhard Merz drängte auf politische Veränderungen und forderte unter anderem mehr Sozialpädagogen und bessere Integrationsstrukturen im Bildungssystem. Aus Sicht von Dominik Erb ist es notwendig, in Intensivklassen Deutsch zu lernen, die Menschen dann aber „sofort in den Regelunterricht zu integrieren“.

Insgesamt unterstrichen alle Diskussionsteilnehmer, dass Schule der wichtigste Ort für die Integration von Flüchtlingen sei, der Landtagsabgeordnete sprach gar von einer „Integrationsmaschine“. Stadtschulsprecher Niko Schmidkunz zeigte sich zugleich bestärkt in der Position des Schülergremiums. Das hatte gemeinsam mit dem Allgemeinen Studierendenausschuss der Justus-Liebig-Universität ein Kooperationsprojekt zur weiterbildenden Nachhilfe vereinbart. Darin geht es darum, dass Oberstufenschüler und Studierende etwa im Bereich „Deutsch als Fremdsprache“ Flüchtlinge auf freiwilliger Basis fördern. Der Stadtschülerrat möchte dazu in Kürze weitere Konzepte vorlegen.